• Es und ich 12
    Lebensgeschichten

    Es und ich 12

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Seit mehr als einem Monat passiert hier einfach gar nichts, und wenn ich gar nichts sage, dann meine ich das auch so! Einen Lockdaun nennen sie das glaube ich – was immer das heisst…. Ich will jetzt aber mal sagen, was hier alles gut läuft und nicht jammern wie all die andern. Meine Tochter sagt, das nenne man „konschtractiv njus“ oder so ähnlich. Denn seien wir mal ehrlich: uns geht’s doch wirklich gut hier. Wir werden liebevoll umsorgt, wir kriegen immer feines und schön angerichtetes Essen, die medizinische Versorgung ist gewährleistet, das Personal ist immer da, wenn man es braucht und sie sind soooo nett!…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 11

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Keine schöne Geschichte und eigentlich überhaupt nichts zum Lachen! Und trotzdem – gerade in diesen Krisenzeiten braucht doch der Mensch etwas zum Schmunzeln, etwas, das ihn aufheitert und ablenkt von diesem elenden Virus! Bei uns im Altersheim geht’s im Moment seeeehr ruhig zu: keine Besuche von auswärts, keine Einladungen, keine Unterhaltung von extern, kein Ausgang (ausser im abgesperrten Garten) dafür gibt’s viele neue Regeln: Hände waschen vor dem Essen (und zwar unter Aufsicht!) – hab ich das nicht meinen Kindern schon beigebracht?, Abstand halten (was bei Männern hier einfacher ist als bei den Frauen) in die Armbeuge niesen und husten (so man dann nicht…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 10

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Nun ist es vorbei: Weihnachten, Silvester, Neujahr, alles passé! Einerseits bin ich froh, dass nun wieder der Alltag einkehrt mit all den Regelmässigkeiten, die ich wirklich sehr schätze: Gymnastik am Montagmorgen, Spielen am Dienstag, Filmvorführungen am Mittwoch und so weiter und so fort. Auch sind nun alle Bewohner wieder da, ausser Vreni und Fritz, die haben die Festtage leider nicht mehr erlebt! Es macht mich schon jedes Mal etwas traurig, wenn wieder jemand einfach nicht mehr da ist. Manchmal begegne ich jemanden beim Nachtessen, wechsle noch ein paar Worte mit ihm und am Morgen heisst es dann: er oder sie sind in der Nacht…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 9

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Zimmerarrest – das tönt ja schrecklich! Was hab ich denn angestellt, dass ich mein Zimmer nicht mehr verlassen darf?? Aha, das ist nur eine Sicherheitsmassnahme, weil ich so erkältet bin und weil ich sonst alle meine Mitbewohner anstecken würde…. Also gut – meinetwegen, dann bleibe ich halt im Zimmer, ist ja auch mal schön, wenn sie einem das Essen hier servieren – irgendwie noch gediegen, das Ganze. Drei Tage später: immer noch Zimmerarrest – sooo langweilig, ich hab langsam genug von dieser „Massnahme“, kenne schon jeden Quadratzentimeter meines Zimmers auswendig und hab alles schon –zig mal umgestellt und ausgeräumt, abgestaubt und aufgewischt, ausgemistet und…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 8

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Nein – es ist nicht immer einfach, ganz und gar nicht! Zum Beispiel am Tisch: da sitzen wir friedlich zu viert (alles Frauen) beisammen und warten auf das Essen. Und kaum ist es da, fängt „sie“ wieder an: oh, schon wieder Kartoffeln und dieses Fleisch, das ist einfach so was von zäh und wieso bekomme ich weniger als ihr und wo ist mein Mineralwasser….. und die andern zwei stimmen ihr einfach immer zu – ist wahrscheinlich einfacher so! Aber mich nervt es. Man muss doch auch einmal einfach zufrieden sein und dankbar, denke ich und dann sage ich es auch. Aber oha – da…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 7

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Ich hasse diese Dinger – jeden Tag schlucke ich sie haufenweisen und ich weiss nicht einmal mehr, wofür die alle gut sein sollen: Blutdruck, Herz, Zappelbeine, Depressionen, Verdauung etc. etc. Ich weiss ja, dass sie mir helfen und mir mein Leben erträglicher machen – aber trotzdem…. Tabletten schlucken war noch nie mein Hobby, ich habe mich so lange als möglich dagegen gewehrt, weil ich dachte, dass so viel Chemie bestimmt schadet und ehrlich, ich befürchtete auch, dass sie mich in irgendeiner Weise abhängig machen! Und so bin ich halt immer ziemlich locker mit der Medikation umgegangen, mal hatte ich Lust sie zu nehmen, meistens…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 6

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Welche Aufregung! Dabei hat alles ganz harmlos angefangen: ich bekam einen Brief des Gemeindepräsidenten – nein, natürlich nicht persönlich – aber es hat sich so gelesen. Er wollte mir zu meinem Geburtstag gratulieren und mir einen kleinen Besuch abstatten. Das ist ja nett, habe ich mir gedacht und mir vorsichtshalber mal das Datum in meinem Kalender angestrichen. Dann habe ich es fast wieder vergessen, bis am Morgen des angekündigten Besuchs plötzlich alle um mich herum nervös wurden. Und ich dann schliesslich auch….  Eine Betreuerin hat mir die schönsten Kleider bereit gemacht und mich „frisiert“ und das Zimmer wurde aufgeräumt, der Tisch zum Kaffee gedeckt…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 5

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Nun sind diese Festtage schon wieder vorbei und ich sitze zusammen mit meinem Schnupfen und mir wieder alleine im Zimmer. Es war schön, aber auch anstrengend. Meine inzwischen recht grosse Familie hat mich bei sich aufgenommen und ich habe das erste Mal seit langem wieder mal „auswärts“ übernachtet. Da musste ich aber meinen Kopf anstrengen, damit auch alles mitkam, was mitkommen musste: meine Geschenke für Kinder, Enkel und Urenkel, meine Medikamente, Kleider zum Wechseln, Toilettenartikel – hei, war das eine Übung fürs Hirn! Doch ich habs gut überstanden, alle waren geduldig mit mir und ich hab mich sehr gefreut, auch wenn ich nachher völlig…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 4

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Advent – Advent… eigentlich liebe ich diese Jahreszeit, dann darf ich wieder mal in Ruhe in meinen Schachteln nach Weihnachtserinnerungen wühlen, ohne dass alle meinen, ich sei auf der Suche nach irgendetwas, das ich nicht mehr finde. Doch halt – wo ist denn der gehäkelte Weihnachtsstern, den ich letztes Jahr noch hatte? Wahrscheinlich alles entsorgt von meinen Kindern beim Umzug! Wie oft habe ich mich schon geärgert über Dinge, die nicht mehr da sind. Ja klar, ich musste mich beim Umzug ins Altersheim entscheiden, was ich noch mitnehmen möchte und was nicht, aber jetzt merke ich wieder mal, wie schwierig das war, wenn man…

  • Lebensgeschichten

    Es und ich 3

    Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen. Nun ist dieser wundervolle Sommer vorbei und ich sitze wieder vermehrt in meinem Zimmer. Plötzlich bleibt mir wieder vieeeeel Zeit und irgendwie möchte ich diese schon sinnvoll nutzen. Klar, meine Bewegungen und mein Geist sind langsamer geworden und ich frage mich öfters, wie ich das denn früher gemacht hatte, als ich noch „zu Hause“ war: Einkaufen, waschen, putzen, kochen, aufräumen, bügeln und so weiter und so fort. Heute werde ich mal wieder die alten Fotos ausmisten – oder ja, wenigstens mal durchschauen, wegwerfen geht sowieso nicht, das ist noch so eine Angewohnheit von früher: ja nichts fortwerfen, wer weiss, wozu man das noch brauchen…