Aus dem Archiv: Verbesserungspotenzial in Schweizer Pflegeheimen
Alters- und Pflegeheime

Langzeitpflege: Schweiz benötigt 54’000 zusätzliche Betten

Bis 2040 wird der Bedarf an Pflegeheimen, Spitexdiensten und betreuten Wohnformen in der Schweiz stark zunehmen. Eine neue Studie geht von mehr als 54’000 zusätzlichen Langzeitbetten in Pflegeheimen aus – dies entspricht einem Anstieg von 69 Prozent. Grund für den steigenden Bedarf ist die zunehmende Alterung der Schweizer Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten. Wie aus einer Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums (Obsan) hervorgeht, wird sich die Altersklasse 80+ bis 2040 nahezu verdoppeln. Die Altersklasse 65+ wächst in derselben Periode voraussichtlich um 52 Prozent.

Engpässe bei Infrastruktur

Das prognostizierte Wachstum stellt das schweizerische Gesundheits- und Pflegewesen vor grosse Herausforderungen: Bei unveränderter Versorgungspolitik werden laut Studie bis 2040 über 900 neue Pflegeheime durchschnittlicher Grösse benötigt.

Die Zahl der zusätzlich benötigten Kurzzeitbetten wird von Obsan mit 1242 angegeben, was einem Anstieg von über 60 Prozent entspricht. Weiter rechnet das Gesundheitsobservatorium auch mit einem grösseren Bedarf an betreuten Wohnformen. Doch auch die Spitex muss mit einem Anstieg der Klientinnen und Klienten um mehr als 50 Prozent rechnen.

Personalmangel befürchtet

Wie die Studienautoren schreiben, führt der erwartete Bedarfsanstieg nicht nur zu einem infrastrukturellen Engpass, sondern verdeutlicht auch «den bevorstehenden Personalmangel». Der aktuellste Pflegepersonalbericht gehe bis 2035 von 35’000 zusätzlich benötigten Pflege- und Betreuungspersonen in den Pflegeheimen sowie 19’000 in der Spitex aus.

Das Obsan betont, dass sich der Bedarf bei veränderter Gesundheitspolitik ebenfalls ändern würde. Gegenwärtig würden etwa in vielen Kantonen Massnahmen diskutiert, um den Bedarf nach Pflegeheimbetten zu begrenzen. Dies käme auch dem Wunsch älterer Menschen entgegen, die möglichst lange im angestammten Zuhause bleiben möchten.

Der Bedarfsanstieg ist mit einem Kostenwachstum verbunden. Obsan verweist auf eine Studie aus dem Jahr 2017, wonach sich die Ausgaben für die Alters- und Langzeitpflege bis 2045 auf 3.4 Prozent des Bruttoinlandprodukts fast verdoppeln.

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