Bild: Miriam Ragaz
Alters- und Pflegeheime

Ist das klassische Altersheim ein Auslaufmodell?

Bild: Miriam Ragaz Die bevölkerungsstärkste Altersgruppe geht in den nächsten Jahren in Rente. Diese Generation steht für Selbstbestimmung, Individualismus und Mobilität. Was sind deren Bedürfnisse und Anforderungen im Bezug auf «Wohnen im Alter»? Ist die Schweiz und insbesondere die Gemeinde Erlinsbach dafür gerüstet? Am traditionellen Sommeranlass der FDP Erlinsbach gab es einen Überblick zu diesem Thema.

Andreas Bärtsch, Präsident der FDP Erlinsbach, begrüsste im bis auf den letzten Platz gefüllten Saal die vielen Interessierten zum Thema «Wohnen im Alter». Mit Prof. em. Dr. François Höpflinger, anerkannter Experte und Autor von Standardwerken wie zum Beispiel «Wohnen in den späten Lebensjahren», und Ueli Kohler, Geschäftsführer Alterszentrum Keel Baden und Vorstand im Alterszentrum Mühlefeld Erlinsbach, gelang es, zwei namhafte Experten zum Thema nach Erlinsbach zu holen.

Im ersten Referat verschaffte Professor Höpflinger dem Publikum einen Überblick über die vielen verschiedenen Varianten, wie man im Alter wohnen kann: Solange die Menschen im dritten Lebensalter sind (älter, aber gesund und aktiv), möchten sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen, da sie mit ihrer Wohnsituation zufrieden sind. Sobald dann das vierte Lebensalter (fragil und hilfsbedürftig) kommt, ist dann der Eintritt in das Alters- und Pflegeheim unumgänglich. Dieser letzte Lebensabschnitt ist dann mit durchschnittlich 2,5 bis 3 Jahren relativ kurz. Ganz wichtig sind Modelle, die den Übergang vom dritten ins vierte Lebensalter attraktiv machen. Da gibt es zum Beispiel die Alterswohngemeinschaften, generationengemischtes Wohnen oder hindernisfreie Wohnungen mit Service. Es ist wichtig, dass die Seniorinnen und Senioren die Möglichkeit haben, sich eine massgeschneiderte Variante mit dem richtigen Mass an Unterstützung zu organisieren.

Aber wie sieht es denn konkret in Erlinsbach aus? Im zweiten Vortrag stellte Ueli Kohler das Erweiterungsprojekt im Alterszentrum Mühlefeld vor. Gerade während der Pandemie hat das Image der Alterszentren gelitten. So ist es nun umso wichtiger, dass die Alters- und Pflegeheime den heutigen Anforderungen (z.B. Komfort, Platzverhältnisse, Rückzugsmöglichkeiten …) entsprechen, um attraktiv für die Bewohner und auch die Arbeitnehmenden zu sein. Mit dem Erweiterungsbau werden diesen Anforderungen und Bedürfnissen Rechnung getragen.

Den perfekten Steilpass an Andreas Bärtsch lieferte Professor Höpflinger, indem er darauf hinwies, wie wichtig gute Ernährung, genügend Trinken und die sozialen Kontakte für ein gutes Älterwerden seien. Um an genau diesen Punkten zu arbeiten, lud der Präsident zum gemütlichen Apéro im Weinkeller – ein gelungener Anlass und die beste Möglichkeit, sich zum Thema eine Meinung zu bilden!

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