Alters- und Pflegeheime

Bewohner von Stadtzürcher Altersheimen können aufatmen: Generelle Maskenpflicht nach einem Ausflug ist Geschichte

Nach heftiger Kritik am Besuchs- und Ausgehregime lockern die Stadtzürcher Altersheime die Regeln: Besuche sind ohne Voranmeldung wieder möglich, die Maskenpflicht nach einem Ausflug gilt nur noch im Ausnahmefall. Dorothee Vögeli.

Das Lobbying von Ueli Schwarzmann, dem Ex-Chef der Stadtzürcher Alterszentren, hat gewirkt: Besuche sind in den Heimen und ihren Appartements ohne Terminvereinbarung möglich. Die internen Cafeterias stehen wieder allen offen, auch dort sind Gespräche ohne Masken erlaubt, sofern der Sicherheitsabstand gewahrt wird. Und: Kehren die Bewohnerinnen und Bewohner nach einem Ausflug zurück, müssen sie anschliessend nur noch im Ausnahmefall während zehn Tagen eine Maske tragen.

Dies teilt Rosann Waldvogel, Direktorin der städtischen Alterszentren, den Bewohnenden und Angehörigen in einem Brief mit. Die Raten der Ansteckungen mit dem Coronavirus im Kanton Zürich seien auf tiefem Niveau stabil. Das erlaube es, weiterzufahren mit den Lockerungsschritten, ohne dabei den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner aus den Augen zu verlieren.

Beziehungsnetz genutzt und Druck aufgesetzt

Über die «Kursänderung» zeigt sich ihr Vorgänger Ueli Schwarzmann sehr erfreut: «Mit der nun doch überraschend schnellen Lockerung der Besuchs- und Ausgehregeln hat die Stadt Grösse gezeigt», sagt er auf Anfrage. Seines Erachtens wäre ein offeneres Regime allerdings viel früher möglich gewesen, andere kommunale und private Heime im Kanton hätten den von der Gesundheitsdirektion erlaubten Spielraum schon lange genutzt. Dass nun die Stadt, «wie die alte Fasnacht» zwar, doch noch nachzieht, bestätigt ihm, wie wichtig es ist, Druck aufzusetzen.

Hinter den Kulissen war Schwarzmann die treibende Kraft. Er bot diverse Gemeinderäte auf, sich beim zuständigen GLP-Stadtrat Andreas Hauri für Lockerungen starkzumachen. Er schaltete den Bezirksrat und die Ombudsfrau ein und nutzte auch sein kirchliches Beziehungsnetz: Letzte Woche forderte die Stadtzürcher Kirchgemeinde die Zuständigen in einem Brief auf, die Freiräume der kantonalen Corona-Vorgaben zu nutzen und insbesondere die zehntägige Maskenpflicht nach einem Ausflug abzuschaffen. Der jüngste Artikel der NZZ habe dann das Fass zum Überlaufen gebracht, vermutet Schwarzmann.

Die Direktorin dankt

Positiv aufgefallen ist dem ehemalige Direktor der Stadtzürcher Alterszentren der Tonfall des jüngsten Informationsschreibens: Dieser sei im Vergleich zu den vorangegangenen Briefen viel offener und persönlicher, sagt er. Im mittlerweile zehnten Schreiben seit Mitte März dankt Rosann Waldvogel den Bewohnenden und Angehörigen, dass diese in der langen Zeit «die empfindlichen Einschränkungen mehrheitlich mitgetragen und dazu beigetragen haben, dass wir in unseren Alterszentren weitgehend von Ansteckungen verschont geblieben sind».

Hier können Sie den Originaltext lesen: https://www.nzz.ch/zuerich/corona-zuerich-altersheime-heben-maskenpflicht-nach-ausflug-auf-ld.1562129.

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