Alters- und Pflegeheime,  Erlebtes

Wir können Corona … noch nicht

„Die Menschen in den Heimen sind Gefangene“: So war der bewegende Gastbeitrag des Ex-Chefs des Zürcher Amts für Justizvollzug im Tages-Anzeiger vom 26. Mai überschrieben, der seine alte Mutter besuchte. Diesen hatte ich gelesen, ebenso die am 27. Mai folgende klagende Replik der ärztlichen Direktorin der Stadtzürcher Pflegezentren. Die beiden Berichte wurden ergänzt mit der beschämenden Antwort der Zürcher Gesundheitsdirektion, die das Besuchsverbot in Alters- und Pflegeheimen verteidigte. Und zwar so: „61 Prozent der 128 Personen, die bis zum Montagabend in Zürich im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben sind, lebten in einem Alters- oder Pflegeheim. Es ist deshalb notwendig und sinnvoll, diese Bewohnerinnen und Bewohner besonders zu schützen.“

Die Artikel erinnerten mich daran, dass ich meinen alten Kameraden M., den ich regelmässig in seinem Altersheim besucht hatte, schon über einen Monat nicht mehr angerufen hatte. Ich notierte mir diese Pendenz.

Es kam nicht mehr zu einem Austausch. M. ist verstorben, 89 jährig, an einer „inneren Infektion“. Einsam. Seine Familie durfte erst in seiner letzten, palliativ erleichterten Stunde noch bei ihm sein.

So will ich nochmals Revue passieren lassen. M. war über 20 Jahre mein Berater und Mentor gewesen, in meinem Beruf als Entwickler von Systemen und Mitteln zur Gesunderhaltung der Bürger, und zuletzt mein „Kamerad“, in unserem verhinderten Einsatz im „Krieg gegen die Mikroben in unseren Spitälern“.

Erfolg in Phase 1: die „Zulassung“ für einen neuartigen Infektionsschutz. M. und ich hatten vor 15 Jahren eine „gute“ Idee, um Patienten und Mediziner in der Pflege vor Infektionen zu schützen: ein Langzeit-Antiseptikum, ohne Alkohol, das durch moderne Geräte kontrolliert aufgesprüht werden konnte. Es bildete eine Matrix auf der Haut, wie ein dünner Schwamm-Handschuh, blieb für Stunden und Tage und tötete jede neue Mikrobe, die darauf landete. Wir brachten unsere Idee „voller Stolz“ zu unserem Berater, einem Professor für Pharmakologie einer deutschen Universität. Der aber überraschte uns kalt.

„Ihr tretet zum Kampf an gegen den VAH, den sogenannten „Verbund für Alkoholische Hygiene“. Auch wenn Euer Mittel doppelt so gut ist wie die ABHR (Alkohol-Basierte Hand-Reibung), Ihr werdet nicht zugelassen.“

Wir wollten dieses Verdikt nicht akzeptieren und starteten unsere Arbeit für eine Zulassung. Nach über einem Jahr Entwicklung, Testung, Weiter-Entwicklung, Wieder-Testung schliesslich der „grosse Hammer“:

Unser Spray ist schlechter als der Referenz-Alkohol im entscheidenden „praxisnahen Versuch“ nach EN 1500 des VAH-Experten. Untauglich.

Nach nochmals einem Jahr kamen wir hinter die „Dirty Tricks“ des VAH. Wir „schafften“ die EN 1500 bei Professor H. Dort lautete das Ergebnis „im Vergleich mit dem Referenzalkohol signifikant wirksamer“, unser „Antiinfektionsspray verfüge über eine ausgeprägte Langzeitwirkung“.

Einsatz in Phase 2: Wie implementieren wir unseren neuartigen Infektions-Schutz in die unsinnige und irreleitende WHO-Methode für die Hände-Desinfektion?

Wir brüteten über den 13 Bundesgesetzen (mal 16 für alle Bundesländer in Deutschland) für die Anforderungen in der Altenpflege. Wir studierten die 270 Seiten und 1’168 Referenzen der WHO-Anleitung zur Händedesinfektion.

Alles, um herauszufinden, warum man saubere Hände mit Alkohol nochmals „desinfizieren“ muss, 30 Sekunden lang.

Um dann bei der nächsten Berührung des Patienten oder seiner Gegenstände schon wieder kontaminiert zu sein und nochmals das gleiche Prozedere durchführen zu müssen, bis zu 5 Mal am gleichen Patienten. Und bis zu 5 mal 50 Mal in einer Schicht.

Und immer sprechen WHO und VAH dabei von Kill-Raten von Log 5; also 99.999% der Mikroben werden getötet, in 30 Sekunden, bei „korrektem Reiben der Hände“.

Doch dann, zufällig in einer anderen wichtigen Anleitung der WHO, lesen wir im Kleingedruckten, dass sich der Alkohol überhaupt nicht eignet zur Hautdesinfektion.

„Alkohol, aufgebracht ohne starke Reibung, reduziert die Bakterien-Anzahl nur um 90 bis 93%, verglichen mit 98 bis 99.9%, wenn feste Reibung angewendet werden kann.“

ABHR, „Alkohol-Basierte Hand-Reibung“, ist untauglich zur Haut-Desinfektion, nicht effektiv. Weil wir wohl weniger als 10% unserer Haut-Oberfläche der Hände wirklich mit festem Reiben bearbeiten können.

WHO-Händedesinfektion ist somit auch ineffizient. Wir wollten daher unsere eigenen Methode zum Langzeit-Infektions-Schutz lancieren.

Ausschluss in Phase 3: unser Out durch korrumpierte EU- und Schweizer Behörden. Zusammen mit ein paar weiteren, nicht-alkoholischen Entwicklungen begannen wir, uns am Markt der Desinfektionsmittel zu regen und unsere neuen Methoden vorzuschlagen.

Die EU-Kommission wollte aber keine lästigen Innovationen von KMUs als Konkurrenz für „ihre“ Grosspharma und die noch mächtigere Alkohol-Lobby. Die Biozid-Produkte-Registrierung wiederholen, mit Kosten von über 5 Millionen Euro pro Wirkstoff, alle 5 Jahre: Das ist nur möglich für ganz grosse Firmen. Es bedeutet den Tod vieler Pharma Produkte-Innovationen durch KMUs und Universitäten, und das in der EU.

Besonders erfolgreiche neue Produkte wie beispielsweise Polyhexanid, von uns eingesetzt als antiseptische Polymer-Schutzmatrix auf der Haut, wurden durch „abstruse“ zweijährige Tierfütterungsversuche (eigentlich verboten) in einem Labor der Konkurrenz-Grosspharma „geprüft“ und dann „gekennzeichnet“ als „Kann vermutlich Krebs erzeugen“.

Und darauf von EU-Präsident Juncker und Gesundheitsamts-Chef Strupler persönlich verboten.

Die bekanntesten Mikrobiologen Europas versuchten sich zu wehren gegen dieses Verbot des besten neuen Mittels zum Infektionsschutz und zur Wundheilung; erfolglos. Auch andere pharmazeutische Entwicklungen „verhindern“ die EU und die Schweiz seit bald 20 Jahren. DocCheck.com diskutierte dies Anfang Mai wie folgt:

„Coronaviren treiben schon seit Jahren ihr Unwesen. Warum gibt es also noch keine zugelassenen Impfstoffe oder Therapeutika?“

Beobachter in Phase 4: Die „erfolgreiche“ Invasion der Corona-Viren trifft voll die Risikogruppen.

Vor ein paar Jahren musste M. ins Altersheim, da er eine Streifung hatte und, als alter 100 Kilometer-Läufer, nur noch schlecht gehen konnte. Er fühlte sich dort wohl, und wir redeten gerne von der „unzerstörbaren“ Gesundheit seiner Organe, dank langjähriger, vorbildlicher Lebenshaltung.

Aber vor 2 Monaten änderte sich alles. Die Altersheime wurden zu Gefängnissen für die Insassen. Unsere Behörden hatten keine Führungs-Vorbereitungen getroffen, keine Einrichtungen und Mittel organisiert, zum viel geforderten Schutz der Bevölkerung und der Risikogruppen.

Also mussten sie die Alten „zu deren Schutz vor Corona-Infektionen“ sofort wegsperren und Besuche, die von aussen Viren importieren könnten, kategorisch verbieten.

Trotzdem wurden die Gefängnisse zu Todesfallen. In weniger als 3 Wochen sind die Viren ins Innerste unserer Spitäler, Pflege- und Altersheime „durchmarschiert“, ohne wirklichen Widerstand.

„Einsperren in der Patienten-Zone“ (nach WHO-Desinfektions-Richtlinien das eigene Bett), ohne Langzeit-Infektions-Schutz am Insassen selbst kann eine Invasion von Keimen nicht verhindern.

Die Betreuer der Alten waren sicher alle trainiert in WHO-Desinfektion und motiviert, sie „diesmal richtig und vorbildlich“ anzuwenden.

Aber Alkohol-Basierte Hand-Reibung wirkt viel zu wenig und zu wenig lang, die Verteilung auf der Haut bleibt immer ungenügend.

Ein zu grosser Teil der Viren und Bakterien, noch „gestärkt“ durch die ungenügende Abwehr, wird immer mitreiten, hinein zum Insassen.

Auch in den eigenen Wohnungen haben die Viren die Alten erreicht. Fast alle der ins Spital eingelieferten Senioren hatten Ekzeme und offene Hände, und zwar vom zu vielen Desinfizieren.

Schon 30 Sekunden nach jeder „Desinfektion“ war jeweils der Schutz gleich Null, und jeder Gegenstand, den vorher ein gütiger Helfer gebracht hatte, hat seine mitreisenden Viren auf die verletzte Haut abgeladen, zur „tod-sicheren Infektion“.

Warnung vor Phase 5: vor der nächsten Invasion.

Seit über 20 Jahren sind wir im „Krieg gegen die Mikroben in und aus unseren Spitälern“, der jetzt plötzlich auch unsere Wirtschaft, die Grundlage unseres Wohlstandes, in Haft nimmt.

Unsere Behörden haben in dieser langen Zeit auf steigende Verluste und auf Informationen über drohende Pandemien nicht ernsthaft reagiert, weder mit Vorbereitungen in der Führung noch in der Logistik.

Covid-19 ist in diesem Krieg nur eine neue, erwartete und trotzdem „erfolgreiche“ Invasion; auch, weil unsere Abwehr-Mittel ungenügend und ineffektiv waren.

Für Impfungen und Therapien sehen wir kurzfristig keine verbesserten Mittel und Praktiken; weil Innovation, die Grundlage des Fortschritts, in der EU verhindert wird.

Europa droht eine alles vernichtende Niederlage bei der nächsten Invasion, in einer „zweiten Welle“ oder in einer Covid-21 nächstes Jahr, falls keine besseren Mittel für die Abwehr der Invasion bereit stehen und der Schutz der Bevölkerung und ihrer Risikogruppen nicht eingeübt ist.

Zum Schluss unseres „verlorenen“ Kampfes: Dank und Versprechen an unsere verstorbenen Alten (stellvertretend an M.).

Lieber M., Du warst Dein Leben lang für viele Junge und Alte ein grosses Vorbild, wie man trotz einer Erbkrankheit (Diabetes Typ 1) grösste Leistungen in der Familie, im Beruf, im Hochleistungs-Sport und im Militär erbringen konnte.

Du hast Generationen von Sportlern, Handballern, Läufern, Triathleten motiviert, ausgebildet und zum (internationalen) Erfolg geführt. Du hast immer versucht, alles perfekt zu machen. Vielen Dank.

Nun musstest Du ein paar Jahre zu früh abtreten, nachdem unsere Behörden die von ihnen verlangte und versprochene Leistung nicht erbracht haben. Und nachdem sie unseren gemeinsamen Kampf gegen die Mikroben verunmöglicht haben.

Wir gehören zur Risikogruppe, auch wenn wir noch nicht im Altersheim in der Falle sitzen. Und wir wissen, dass eine noch grössere Falle, für die Wirtschaft, auf unsere Enkel wartet.

Wir werden uns also im Interesse von Alt und Jung den Behörden entgegenstellen müssen. Wir müssen sie auffordern, sich zu entschuldigen für ihr Versagen und den materiellen Schaden, so weit möglich, wieder gut zu machen.

Und wir müssen sie vor allem auffordern, zur Seite zu treten, Platz zu machen für eine neue, verantwortungsbewusste Führung und für neue Methoden und Mittel, wie unseres – zur Abwehr der nächsten Invasionen.

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