Andrea Maurer, Fachfrau Gesundheit im Alterszentrum Kastels, zeigt die von der Medifilm AG angelieferte Medikamentenpackung.
Alters- und Pflegeheime

System der Medikament-Bereitstellung in Grenchen: «Es bewährt sich jeden Tag»

Andrea Maurer, Fachfrau Gesundheit im Alterszentrum Kastels, zeigt die von der Medifilm AG angelieferte Medikamentenpackung.

Ein Blick zurück: Vor etwas mehr als anderthalb Jahren hat der Stiftungsrat der Alterszentren Grenchen Kastels und Weinberg beschlossen, bei der Medikation ihrer Bewohnerinnen und Bewohner einen neuen Weg einzuschlagen. Statt dass die Bewohner die Medikamente über den Arzt beziehen und der Pflegedienst sie einzeln bereitstellt, kommen diese jetzt für jeden Bewohnenden in Plastikfoliensäcklein, beschriftet mit den Daten des Patienten und dem Inhalt. Damit will man nicht nur wirtschaftlicher arbeiten und Kosten senken, sondern auch die Sicherheit für die Bewohnerinnen und Bewohner erhöhen.

Zu diesem Zweck lagerte man das Medikamentensystem an die Coop Vitality Apotheke im Centro aus, die mit der Oensinger Firma Medifilm AG zusammenarbeitet. Diese Firma beschäftigt an ihrem Standort rund 50 Mitarbeitende und verpackt im Monat im Schnitt 2,5 Millionen Tabletten in rund einer Million Plastiksäcklein.

Bis dato wurden die Medikamente für die Bewohnerinnen und Bewohner der Alterszentren Grenchen von ihrem jeweiligen Arzt verschrieben und zum Teil auch direkt abgegeben. Der Pflegedienst hatte die Aufgabe, die Medikamente für die Bewohner nach ärztlicher Verordnung bereitzustellen. Eine Aufgabe, die äusserst zeitintensiv war. Alleine für die Bereitstellung und Kontrolle der Medikamente benötigte man für beide Häuser knapp die Kapazität einer Vollzeitstelle.

Ausserdem hatte der Kanton nach einem Aufsichtsbesuch im Jahr zuvor den Alterszentren Grenchen eine Auflage aufgebrummt: Statt wie bisher die verschiedenen Medikamente jeweils jedem Bewohner, jeder Bewohnerin individuell in einem Becher bereitzustellen und beispielsweise zu den Mahlzeiten zu verabreichen, mussten die Pflegenden die einzelnen Tabletten im Blister, der Originalverpackung, belassen und mit einer Schere ausschneiden. Erst bei der Verabreichung durften sie oder die Bewohnerinnen und Bewohner die Medikamente aus der Verpackung nehmen. Dies sei aus hygienischen Gründen notwendig, meinten die Verantwortlichen des Kantons. Zudem vermeide man so Verwechslungen, weil es von jedem Medikament inzwischen viele verschiedene Erscheinungsformen gebe und sie ohne Verpackung nicht identifizierbar seien.

Inzwischen hat man ein Jahr lang Erfahrungen mit dem neuen System gesammelt und diese Zeitung wollte von vier Direktbetroffenen wissen, wie sie den Wechsel erlebt haben und was sie jetzt dazu sagen. Wir sprachen mit der Pflegedienstleiterin Cécile Boillat, der Fachverantwortlichen Andrea Valli, mit Jessica Leins, Leiterin Pflege im Alterszentrum am Weinberg und mit der Fachangestellten Gesundheit, Almina Demirci.

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