Lebensgeschichten

Es und ich 11

Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen.

Keine schöne Geschichte und eigentlich überhaupt nichts zum Lachen! Und trotzdem – gerade in diesen Krisenzeiten braucht doch der Mensch etwas zum Schmunzeln, etwas, das ihn aufheitert und ablenkt von diesem elenden Virus!

Bei uns im Altersheim geht’s im Moment seeeehr ruhig zu: keine Besuche von auswärts, keine Einladungen, keine Unterhaltung von extern, kein Ausgang (ausser im abgesperrten Garten) dafür gibt’s viele neue Regeln: Hände waschen vor dem Essen (und zwar unter Aufsicht!) – hab ich das nicht meinen Kindern schon beigebracht?, Abstand halten (was bei Männern hier einfacher ist als bei den Frauen) in die Armbeuge niesen und husten (so man dann nicht gerade mit Essen beschäftigt ist). Wir geben uns ja alle wirklich Mühe, diese Massnahmen und Empfehlungen einzuhalten – aber ehrlich gesagt, finde ich es schon etwas übertrieben. Jetzt sitze ich z.B. mit Erika alleine am Tisch und weil sie (und ehrlich gesagt ich auch) nicht mehr so gut hört, und wir so weit auseinander sitzen, müssen wir uns regelrecht anbrüllen. Oder diese Händewascherei: man könnte meinen, wie seien kleine Dreckschweinchen, dass wir  x mal am Tag unsere Hände waschen müssen – es ist doch hier schon alles hundertmal desinfiziert und sauber geputzt, wo soll sich denn da dieses Corona einnisten können?

Na ja, wieder einmal heisst es: sich fügen und gehorchen und irgendwie hoffen, dass alles gut wird! Ich träume jetzt schon von meinen nächsten Spaziergang ganz ohne Aufsicht, wieder einmal in die Migros und schauen, was die da so alles haben, Besuche empfangen von meinen Lieben (immer nur telefonieren ist einfach auch nicht das Gelbe vom Ei), oder auswärts essen gehen mit meiner Familie…im Moment sind das leider alles nur Wunschvorstellungen, denn niemand weiss, wie lange das so weitergeht. Was mich ein bisschen tröstet ist: immerhin bin ich nicht irgendwo alleine zu Hause und vereinsame vor mich hin, das wäre ganz schrecklich!

So. fertig gejammert – schnell die Hände waschen und dann auf zum Ereignis des Tages: Mittagessen!

© Therese Graf, Erlenbach

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.