Wer jemanden im Alters- und Pflegeheim besuchen will wie hier im Serata Thalwil, findet offene Türen vor. Aber es gelten strikte Hygienevorschriften.
Alters- und Pflegeheime

Kein Besuchsverbot in Alterszentren – Spitäler sind vorbereitet

Wer jemanden im Alters- und Pflegeheim besuchen will wie hier im Serata Thalwil, findet offene Türen vor. Aber es gelten strikte Hygienevorschriften. Bild: Sabine Rock 05.03.2020 Der Ausnahmezustand soll vor der Türe bleiben. Unter diesen Vorzeichen steht derzeit der Alltag in den Alters- und Pflegezentren. Das zeigt eine Umfrage dieser Zeitung in der Region Zürichsee zu Massnahmen, wie das Coronavirus möglichst ferngehalten werden kann. «Wir sind aufmerksam, aber nicht in Panik», fasst Beatrice Biotti, Geschäftsführerin des Wohn- und Pflegezentrums Sihlsana in Adliswil, die Stimmung zusammen.

Die Institutionen befolgen grundsätzlich sämtliche Empfehlungen des Kantons und des Bundes, wie die Wädenswiler Sozialstadträtin Astrid Furrer (FDP) betont. «Als Heim sind wir sowieso immer für grippeähnliche Epidemien oder Noroviren vorbereitet und haben dafür unseren Ablaufplan.»

Keine Küsschen

Marie-Louise Sarraj, Leiterin des Alterszentrums Lanzeln in Stäfa, versucht, «dem ernsten Problem sachlich, aber auch gelassen zu begegnen». Ihr Haus rechne immer mit einer möglichen Epidemie. «Wir haben genügend Schutzmasken an Lager, und die Mitarbeitenden sind instruiert, sich hygienisch korrekt zu verhalten», erklärt sie.

Im Küsnachter Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde sind Besuche weiterhin zugelassen, teilt Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola mit. Wer Beschwerden hat oder aus einer Coronavirus-Krisenregion zurückgekehrt ist, soll auf einen Besuch verzichten. Händeschütteln und Begrüssungsküsse seien zu vermeiden, und es wird empfohlen, Abstand zu anderen zu halten.

Nicht aus Risikogebieten

Die Türen zum Alterszentrum Platten in Meilen stehen offen. Laut Marianne Meier, Leiterin Hauswirtschaft und Alterswohnungen, gibt es aber Einschränkungen: «Besucher, die auch nur die kleinsten Symptome einer Infektion der oberen Luftwege haben wie leichter Schnupfen, leichter Husten, grippiges Gefühl, müssen auf einen Besuch bei den Bewohnern verzichten.» Auch symptomlose Besucher, die sich in den vergangenen drei Wochen im Raum Mailand oder einem anderen Risikogebiet aufhielten oder Besuche von dort empfingen, dürfen keine Besuche machen.

In der Serata, der Thalwiler Stiftung für das Alter, sind Merkblätter für Mieter, Bewohner und Besucher verteilt worden, wie Geschäftsführerin Silvia Müller berichtet. Darin heisst es: Wer in den letzten zwei Wochen aus China, dem Iran, Südkorea, Singapur und Italien heimgekehrt ist oder enge Angehörige hat, die in diesen Gebieten unterwegs waren, wird gebeten, «keines unserer Häuser zu betreten». Mieterinnen und Mieter sollten dann umgehend Kontakt per Telefon mit der Serata-Spitex aufnehmen. Sollten Mitarbeitende der Serata aus den Krisengebieten zurückgereist sein, müssen sie sofort die Leitung telefonisch kontaktieren, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Veranstaltungen meiden

Im Alterszentrum Platten in Meilen müssen sich Ferienrückkehrer aus Risikogebieten melden und dürfen die Arbeit nicht aufnehmen. In Küsnacht gilt auch die Empfehlung, keine Reisen oder Kurztrips mehr in Regionen zu unternehmen, in denen das Coronavirus verbreitet ist. Veranstaltungen sollten gemieden werden. Davon wird auch den Bewohnerinnen und Bewohnern der Tägerhalde «dringend abgeraten». Das betreffe selbst Feiern mit erhöhtem Besucherandrang wie Geburtstagsfeste. Im Wädenswiler Alterszentrum Frohmatt sind bis Mitte April alle Veranstaltungen mit Teilnahme von externen Personen abgesagt.

Ansonsten soll möglichst Normalität im Haus herrschen. Dazu zählen die Besuche. «Sie sind für die Bewohner sehr wichtig, auch Veranstaltungen finden statt», sagt Marie-Louise Sarraj von der Lanzeln Stäfa.

Beatrice Biotti von der Sihlsana Adliswil bekräftigt: «Soziale Kontakte sind für eine stimmige Lebensqualität enorm wichtig.» Besuche würden nur eingeschränkt, «wenn das Bundesamt für Gesundheit explizit dazu auffordert».

Hier können Sie den ganzen Originaltext lesen auf der Seite von www.zsz.ch

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