Erlebtes

Es und ich 4

Geschichten mit (hoffentlich noch) vielen Fortsetzungen

Folge 1
Folge 2
Folge 3

Advent – Advent… eigentlich liebe ich diese Jahreszeit, dann darf ich wieder mal in Ruhe in meinen Schachteln nach Weihnachtserinnerungen wühlen, ohne dass alle meinen, ich sei auf der Suche nach irgendetwas, das ich nicht mehr finde. Doch halt – wo ist denn der gehäkelte Weihnachtsstern, den ich letztes Jahr noch hatte? Wahrscheinlich alles entsorgt von meinen Kindern beim Umzug! Wie oft habe ich mich schon geärgert über Dinge, die nicht mehr da sind. Ja klar, ich musste mich beim Umzug ins Altersheim entscheiden, was ich noch mitnehmen möchte und was nicht, aber jetzt merke ich wieder mal, wie schwierig das war, wenn man sich in kürzester Zeit für oder gegen etwas entscheiden muss. Und dass dann gleich alles andere entsorgt wurde, das verstehe ich bis heute nicht. Aber so sind halt die „Jungen“ – obwohl so jung sind die ja gar nicht mehr, sind ja schon selber Grosseltern und meine Tochter ist sogar schon pensioniert, Wahnsinn! Halt, ich schweife gedanklich wieder mal ab – ich suche ja meinen Häkelstern… ah, hier hat er sich versteckt, in einem Karton, der mit „Ostern“ angeschrieben ist – Kunststück, dass ich den nicht finde! Wer den wohl hierhin verstaut hat??

Viel ist es nicht mehr, was ich noch zum Dekorieren habe und diese beiden Mini-Engelchen am Fenster schauen jetzt also wirklich etwas mikerig aus. Vielleicht hat ja meine Tochter noch eine Idee, wenn sie heute mal wieder reinschaut. Aber dieser künstliche Tannenbaum könnte ich noch aufs Tischchen stellen, aber dann hats keinen Platz mehr für den Blumenstrauss, den ich von Vreni vor zwei Wochen bekommen habe. Gut – er ist schon ein bisschen braun geworden, vielleicht könnte ich ihn ja noch auf den Balkon stellen, dann muss ich ihn noch nicht definitiv entsorgen, sozusagen als Zwischenlösung. Kerzen hätte ich auch noch einige im Vorrat, aber die sind ja verboten, man könnte ja vergessen sie auszublasen, bevor man ins Bett geht. Also mir wird das sicher nicht passieren. Heute ist erster Advent und da muss man doch einfach eine Kerze anzünden, oder?

Was ich auch so liebe an der Adventszeit, sind die vielen musikalischen Veranstaltungen, die es jetzt gibt: hier ein Adventssingen, dort ein Weihnachtskonzert! Manchmal hätte es an einem Tag gleich zwei davon und ich komme richtig „in den Stress“ – sagt man das so? Da ich selber nicht mehr so gut zu Fuss bin, halte ich immer Ausschau nach jemandem, der mich begleitet und wenn ich das Angebot genügend und gebührend anpreise, finde ich eigentlich immer jemanden, der mitkommt. Wobei – ehrlich gesagt, geht es mir mehr darum, dass diese Person mich mit dem Auto mitnehmen kann als dass die dann im Konzert neben mir sitzt – das könnte ich noch ganz gut alleine durchhalten. Aber wie sagt man so schön: der Zweck heiligt die Mittel.

Advent, Advent – was für eine schöne und abwechslungsreiche Zeit!

© Therese Graf, Erlenbach

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