Monika Hofer pflegte über 500 Pensionäre – jetzt geht sie selbst in Rente
Alters- und Pflegeheime

Monika Hofer pflegte über 500 Pensionäre – jetzt geht sie selbst in Rente

Monika Hofer auf ihrem Lieblingsplatz neben dem Gartenzwerg, den sie selber bemalt hat. «Zum Vorstellungsgespräch musste ich meinen Mann mitnehmen», sagt Monika Hofer (64) und lacht. Das sei damals halt einfach so gewesen. Damals im Herbst 1989, als sie sich als Nachtwache im Altersheim in Oberkulm bewarb und drei

«Zum Vorstellungsgespräch musste ich meinen Mann mitnehmen», sagt Monika Hofer (64) und lacht. Das sei damals halt einfach so gewesen. Damals im Herbst 1989, als sie sich als Nachtwache im Altersheim in Oberkulm bewarb und drei Tage später ihre Stelle antreten konnte. Seither sind über drei Jahrzehnte vergangen. Und Hofer ist geblieben, bis Ende Juli 2018. 32 Jahre lang hat sie sich zuerst als Nachtwache, dann als Pflegerin um die Pensionäre im Alterszentrum Mittleres Wynental gekümmert. «Ich war Pflegerin mit Leib und Seele», so Hofer.

Die Neu-Rentnerin sitzt auf ihrem Lieblingsplatz vor ihrem Elternhaus hoch über Nussbaumen AG, wohin sie vor zwei Jahren mit ihrem Mann von Teufenthal gezogen ist. Drinnen in der Stube stehen noch immer alle Abschiedsgeschenke und Glückwunschkarten ihrer Kolleginnen und Kollegen vom Alterszentrum. «Im Moment kann ich die Geschenke und Karten noch nicht wegräumen», sagt Hofer mit Tränen in den Augen. Es falle ihr nicht leicht, sich aus dem Berufsleben zu verabschieden. «Ich vermisse meine Leute jetzt schon sehr.»

Mit «ihren» Leuten meint Monika Hofer nicht nur ihre Mitarbeiter, sondern auch ihre Pensionäre. Über 500 dürften es im Laufe ihres Berufslebens gewesen sein, die sie gepflegt und betreut hat. Waren es einst die Eltern, kamen später deren Töchter oder Söhne hinzu. «Es ist ein Kreis, der sich immer wieder schliesst. Wie eine grosse Familie», sagt die pensionierte Pflegerin.

«Wie eine grosse Familie»

Monika Hofer hat Familienhelferin gelernt – eine Mischung zwischen Hauswirtschafterin und Pflegerin. Im Rahmen dieser Ausbildung hat sie in verschiedenen Spitälern und Gemeinden gearbeitet. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich der zweijährige Aufenthalt bei einer Arztfamilie im Tessin, mit der sie immer noch den Kontakt pflegt und so auch ihr Italienisch im Schuss behält. Das konnte sie auch in Oberkulm ab und zu einsetzen.

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